Wie können beim Grillen schädliche Substanzen entstehen?
Wenn Fett aus Fleisch und Fisch oder Öl aus der Marinade in die Glut
oder beim Elektrogrill auf die Heizschlange tropft, können
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen. Von
diesen ist eine krebsauslösende Wirkung bekannt. Werden Fleisch und
Wurstwaren zu lange bei großer Hitze gegrillt, entstehen außerdem
weitere gesundheitlich bedenkliche Stoffe, wie zum Beispiel
heterozyklische aromatische Amine (HAA).
Ist gepökeltes Fleisch zum Grillen geeignet?
Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren sind mit Hilfe von Nitritpökelsalz
konserviert worden. Dieses muss bei verpackten Artikeln in der
Zutatenliste angegeben werden. Beim Grillen gepökelter Fleisch- und
Wurstwaren können sich Nitrosamine bilden. Da es sich dabei um
krebserregende Stoffe handelt, sollten gepökelte Fleisch- und
Wurstwaren besser nicht gegrillt werden.
Bei welchen Lebensmitteln sind Keime, wie zum Beispiel Salmonellen, ein Problem?
Besondere Aufmerksamkeit beim Grillen ist dem Umgang mit rohen
Lebensmitteln tierischer Herkunft zu widmen, insbesondere Fleisch,
Fisch und Eiern (Salmonellen können sich sowohl auf der Eierschale als
auch im Ei-Inneren befinden).
Krankheitserreger können über rohes Fleisch oder rohen Fisch aber auch
in die Marinaden gelangen.
Gerade in der warmen Jahreszeit ist die Gefahr einer
Lebensmittelinfektion erhöht, weil sich Keime in Lebensmitteln, die
längere Zeit nicht gekühlt werden, schnell vermehren können.
Zwar werden beim Garen des Grillgutes Keime wie Salmonellen
abgetötet, wenn die entsprechend hohen Temperaturen erreicht werden.
Aber durch eine Übertragung der Keime auf die Hände, auf
Haushaltsgeräte und Küchenoberflächen können andere Speisen mit diesen
Keimen kontaminiert werden. Werden diese verunreinigten Speisen vor dem
Verzehr nicht erneut erhitzt, kann es zu einer Gefährdung der
Gesundheit kommen.
Da sich Salmonellen bei Temperaturen oberhalb von 7°C in
Lebensmitteln vermehren können, besteht ein besonderes Risiko beim
Verzehr von Speisen, die über eine längere Zeit ungekühlt aufbewahrt
werden, wie zum Beispiel Salate und Desserts. Aber auch von Grillsaucen
und anderen Lebensmitteln, die roh verzehrt werden, kann ein Risiko
ausgehen.
TIPP
Wenn zur Lagerung des Kühlgutes Isolierboxen verwendet
werden, sollten die Kühl-Akkus oben auf das Kühlgut gelegt werden, weil
die kalte Luft absinkt.
Wie lassen sich schädliche Substanzen beim Grillen verhindern?
Um das Entstehen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe zu
vermeiden, sollten so wenig Fett und Öl wie möglich in die Glut tropfen.
Eine einfache und preiswerte Lösung ist die Verwendung von
Alu-Grillschalen, in denen die Flüssigkeiten aus dem Grillgut direkt
aufgefangen werden. Wer einen neuen Grill kauft, könnte sich für ein
Modell entscheiden, bei dem Kohle und Grillgut senkrecht stehen.
Weitere Alternativen sind Gas- oder Elektrogriller, soweit es sich um
Modelle handelt, bei denen Fett und Öl nicht auf die Heizschlangen
tropfen können.
Grundsätzlich sollten Fleisch und Wurstwaren nicht zu lange der Hitze
ausgesetzt werden ("verkohlen"), damit Schadstoffe wie heterozyklische
aromatische Amine gar nicht erst entstehen.
Wie kann man mikrobielle Risiken vermeiden?
- Rohe vom Tier stammende Lebensmittel und andere Lebensmittel
(z.B. Salat oder Desserts) sollten getrennt gelagert und zubereitet
werden, insbesondere wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden.
- Tiefgefrorenes Fleisch sollte ohne Verpackung im Kühlschrank aufgetaut werden.
- Verpackungsmaterialien, Auftauwasser und Reste von Marinaden sollten sofort sorgfältig entsorgt werden.
- Gerätschaften
und Oberflächen, die mit rohen tierischen Lebensmitteln, Auftauwasser
oder Marinaden in Berührung gekommen sind, sind vor der weiteren
Verwendung gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz zu reinigen.
- Hände müssen zwischen den einzelnen Zubereitungsschritten mit warmem Wasser und Seife gründlich gereinigt werden.
- Fleisch
sollte in jedem Fall gut durchgegart sein. Bei Geflügel ist darauf zu
achten, dass auch am Knochen das Fleisch eine weiße bis graue Farbe hat.
- Um
eine Übertragung von Keimen vom rohen Fleisch oder über Marinaden auf
das fertige Grillgut zu vermeiden, sollten verschiedene Grillzangen
oder Gabeln verwendet werden.
- Es empfiehlt sich, zumindest
in der warmen Jahreszeit, auf die Verwendung von rohen Eiern für
"echte" frische Majonäse und Desserts (z.B. Weinschaumcreme oder
Tiramisu) zu verzichten.
- Für andere Soßen, Majonäse und
sonstige empfindliche Speisen (wie zum Beispiel Desserts), die keine
rohen Eier enthalten, gilt: Auf jeden Fall gut kühlen und erst kurz vor
dem Verzehr servieren!