Nach
der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 über den ökologischen Landbau und die
entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und
Lebensmittel ist das Färben von BIO-Eiern nicht zulässig, da die Farbstoffe nicht im Anhang VI angeführt sind!
Die Eierschale ist ein Teil des Lebensmittels BIO-Ei, ähnlich den
Schalen von Bananen oder Zitrusfrüchten, die auch Teil des
Lebensmittels sind. Zudem ist die Schale gekochter Eier nicht dicht und
oftmals die Farbe sogar am geschälten Ei zu sehen.
Mögliche Umgehung:
Die genannte Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 erlaubt in Anhang VI sehr
wohl die einschlägigen Farbstoffe, allerdings nur "für Stempelaufdrucke
auf den Schalen von Eiern". Es ist nicht definiert, dass diese
Aufdrucke nur für die Betriebs-Nummer oder das Bio-Siegel zulässig
sind. Somit könnten die Stempel auch Abbildungen (z.B. Osterhasen)
enthalten.
Nachtrag zum "Österreichischen Weg"
» Ostern 2008 wurden folgende naturidente Farbstoffe
(entgegen den EU-Bestimmungen!) mit
Erlass des BMGFJ toleriert:
- E 172 Eisenoxide und Eisenhydroxide
Eisenoxide sind in der Natur vorkommende Oxide oder Hydroxide von Eisen
und gelten als unbedenklich. In der Lebensmittelindustrie werden
Eisenoxidgelb, Eisenoxidrot und Eisenoxidschwarz als Farbstoffe
eingesetzt. Eisenoxide sind darüber hinaus auch zum Färben von
Arzneimitteln und Kosmetika zugelassen.
- E 160b Bixin (Annatto)
Der natürliche Farbstoff Annatto gehört zu den Carotinoiden und gilt als
unbedenklich (in seltenen Fällen jedoch kann der Farbstoff bei
empfindlichen Personen allergische Reaktionen der Haut auslösen). Der
gelbe Farbstoff ist eine Mischung der beiden Verbindungen Bixin und
Norbixin. In der Regel wird jedoch nicht der reine Farbstoff, sondern
ein Annatto-Extrakt, in dem der Farbstoff selbst lediglich 30 %
ausmacht, eingesetzt.
» Da diese Regelung nicht aufgehoben wurde, sind diese Farbstoffe auch für das Färben von BIO-Jauseneiern zugelassen
Mit Blättern, Früchten und Wurzelteilen lässt sich eine schöne Farbpalette erreichen:
» Gelbwurz (goldgelb)
Geben Sie 10 g fein gemahlene Curcumawurzel in einen ½ Liter Wasser und
lassen Sie es zehn Minuten kochen. In diesem Sud werden die Eier zehn
Minuten hart gekocht.
» Johanniskraut (hellgelb-grüngelb)
Kochen Sie 6 Esslöffel Johanniskraut in ½ Liter Wasser auf und lassen
Sie es zehn Minuten köcheln. In diesem Sud werden die Eier zehn Minuten
hartgekocht.
» Birkenblätter (hellgelb)
Kochen Sie 1 Liter Wasser mit 30 g Birkenblättern auf und lassen das
Gemisch zehn Minuten köcheln. Anschließend werden die Eier darin hart
gekocht.
» Heidelbeeren getrocknet (violett)
Nehmen Sie 20 g Früchte und behandeln Sie die Heidelbeeren genauso wie die Birkenblätter.
» Rote Rüben (rot)
Schälen Sie 3 – 4 rote Rüben. Lassen Sie diese 30 bis 45 Minuten
zugedeckt köcheln. Danach seihen Sie die Rüben ab und versetzen den Sud
mit einem Schuss Essig. Anschließend werden die Eier im Farbbad hart
gekocht.
» Zwiebelschalen (braungelb – goldbraun)
Geben Sie mindestens eine Handvoll Zwiebelschalen in ½ Liter Wasser und
lassen es 20 Minuten kochen. Legen Sie die bereits gekochten Eier, je
nach gewünschtem Farbton, zwischen einer Stunde und 30 Minuten ein.
TIPP
» Wenn man dem Sud etwas Essig beigibt, werden die Farben schneller angenommen.
» Gekochte Eier nicht kalt "abschrecken" - dabei eindringende Keime können die Haltbarkeit verkürzen.
» Polieren Sie die gefärbten Eier mit einer Speckschwarte, das bringt die Eier zum Glänzen.
Natureierfarben auf Basis von Safran, Spinat, Brennesseln,
Birkenblättern, Kamille, Hollunder, Gelbwurz, Johanniskraut,
Heidelbeeren, Zwiebelschalen, Rotkohl und Roter Bete gibt es als
Fertigprodukte in den BIO-Läden.