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Information zu den jüngsten Vorkommnissen von Dioxin in Lebensmitteln
Weiter Aufregung um das aus der Schweiz
exportierte, mit Dioxin verunreinigte Guakernmehl. Das als
Verdickungsmittel verwendete Produkt, das größtenteils in Indien
hergestellt wird, wurde in einige Länder Europas geliefert. In
Österreich wurden die betroffenen Chargen bereits Ende Juli aus dem
Verkehr gezogen - rechtzeitig vor der Verarbeitung.
Dennoch werden derzeit Guakernmehl-Bestände in ganz Europa unter die Lupe genommen.
Das Verdickungs- und Füllmittel Guarkernmehl, auch Zusatzstoff E412
genannt, wird bei der Herstellung etwa von Joghurt, Saucen, Ketchup und
Brot, aber auch in Bio-Lebensmitteln oder Säuglingsnahrung eingesetzt.
Es verleiht vor allem fettreduzierten Lebensmitteln eine cremige
Konsistenz. Verarbeitet wird es aber auch von der Arzneimittel-,
Kosmetik- und Papierindustrie.
Allgemeine Information zu Dioxin
Dioxine sind eine in der Umwelt vorkommende
Stoffgruppe. Sie entstehen unter bestimmten Bedingungen bei
Verbrennungsprozessen oder bei der chemischen Synthese von verschiedenen
chlorhaltigen Verbindungen, wie beispielsweise Pentachlorphenol, als
Nebenprodukte der Reaktion. Diese Verbindungen sind sehr langlebig und nur
schwer abbaubar. Einige Vertreter (Kongenere) sind besonders giftig. Dioxine
reichern sich im Fettgewebe von Tieren und Menschen an und können so die
Gesundheit gefährden. Verbraucher nehmen einen Großteil dieser Verbindungen über
fetthaltige tierische Nahrungsmittel wie Milch, Fleisch, Eier und Fisch auf. Zum
Schutz der Bevölkerung gelten in der Europäischen Union (EU) seit dem 01.07.2002
Höchstgehalte für Dioxine. Die EU-Kommission hat diese Regelungen erweitert und
seit November 2006 geltende Höchstgehalte für Dioxine und dioxinähnliche PCB festgesetzt.
» Link zur entsprechenden Wikipedia-Seite
Hersteller in erster Linie für Lebensmittelsicherheit
verantwortlich
Österreich handelte im Rahmen des Systems für
Lebensmittelsicherheit umgehend. Im Lebensmittelsicherheits- und
Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) ist festgelegt, dass in erster Linie die
Hersteller alle Anstrengungen zu Unternehmen haben, nur sichere Lebensmittel auf
den Markt zu bringen. Die nächste Stufe der Lebensmittelsicherheit sind die
Lebensmittelaufsichtsbehörden (auch Lebensmittelpolizei genannt) der
Bundesländer, die laufend Lebensmittelbetriebe kontrollieren, Proben ziehen und
somit Produkte am Markt überwachen. AGES-ExpertInnen untersuchen und begutachten
diese Proben und melden die Ergebnisse an die Bundesländer und an das
Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend (BMGFJ), damit alle
Maßnahmen ergriffen werden können, um ein größtmögliches Maß an
Lebensmittelsicherheit zu erreichen. Dazu zählen dann z.B. auch Meldungen an das
europäische Schnellwarnsystem RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed).
Dieses System vernetzt europaweit für Lebensmittelsicherheit zuständige
Behörden. Die Zahl von Kontrollen wird dadurch vergrößert und das Risiko von
lebensmittelbedingten Problemen verringert.
Quellen: AGES-News und APA-Meldung
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